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Den idealen Pflegedienst finden – Tipps, Hinweise, Checkliste und mehr

Der ideale Pflegedienst In einem Pflegeheim betreut zu werden, ist für viele ältere Menschen nicht vorstellbar. Mit einem mobilen bzw. ambulanten Pflegedienst lässt sich das Problem lösen. Dank der häuslichen Pflege werden Senioren ideal unterstützt, Angehörige entlastet und zeitgleich fachliche Qualifikation integriert. Worauf es bei der Auswahl eines idealen Pflegedienstes ankommt, was einen guten Dienstleister ausmacht und welche vertraglichen Details relevant sind, erfahren Sie in unserem umfassenden Ratgeber.
Besonderheiten
  • qualifizierte Hilfe vor Ort
  • ambulanter Service
  • Entlastung für Angehörige
  • Betreuung in den eigenen vier Wänden
  • vertrauensvoller Dienstag

Top-Themen: Leistungen, Kriterien, Checkliste, Vertrag

Was ein guter Pflegedienst für Sie oder Angehörige leistet

Das Wort „Pflegedienst“ impliziert ja bereits den Großteil der Leistungen, die dieses Berufsfeld zu bieten hat. Dennoch gehört zu einem wirklich guten Pflegedienst weitaus mehr. Nachfolgend eine kleine Übersicht der gebotenen Dienstleistungen eines Pflegedienstes:

Tätigkeitsfelder eines PflegedienstesBeispielhafte Tätigkeiten
Medizinische Behandlungz.B. Spritzen, Wechsel des Verbands, Injektionen, Bandagen, Gabe von Medikamenten
Grundpflegez.B. Körperpflege, Mobilität, Ernährung, Inkontinenzversorgung, Lagerung
Hauswirtschaftliche Versorgungz.B. Kochen, Einkaufen, Reinigung, eventuell auch leichte Tätigkeiten im Garten
Betreuung / Beschäftigungz.B. Spaziergänge, Spiele, generelle Ausflüge oder Begleitungen
Beratungz.B. Schulungen oder Beratung für Angehörige
VerhinderungspflegeVertretung für einen Angehörigen, der sonst die Pflege übernimmt, aber aufgrund eines Urlaubs, Termine, eigener Krankheit etc. verhindert ist
Stundenweise Betreuungz.B. Tagespflege, Nachtpflege, Unterstützung einzelner Stunden, 24-Stunden-Betreuung

Das gilt für alle Pflegestufen, wobei natürlich nicht in jeder Situation eine Übernahme oder Mitwirkung der Pflegekasse garantiert ist.

  • Pflegestufe 0: Bei der leichten Pflegebedürftigkeit erhalten Sie keine Unterstützung von der Pflegekasse, sofern die grundsätzliche Pflege (hierzu zählen Mobilität, Körperpflege und Ernährung) pro Tag weniger als 45 Minuten in Anspruch nehmen. Dabei ist es leider unerheblich, ob bereits externe Hilfe benötigt wird oder nicht.
  • Pflegestufe I: Wer eine erhebliche Pflegebedürftigkeit hat und in Pflegestufe I gestuft wird, erhält mehrmals die Woche für mindestens 1,5 Stunden pro Tag Unterstützung in der Grundpflege.
  • Pflegestufe II: Die zweite Pflegestufe ist für Schwerpflegebedürftige, die pro Tag mindestens dreimal Unterstützung in der Grundpflege benötigen und auch mehrmals die Woche Unterstützung im Haushalt erhalten. Dabei ist es nötig, dass für den Erhalt dieser Pflegestufe die Grundpflege mindestens drei Stunden pro Tag dauert.
  • Pflegestufe III: Sollten Sie oder ein Angehöriger rund um die Uhr Unterstützung in der Grundpflege benötigen, so handelt es sich um die Stufe für Schwerstpflegebedürftige. Ein Pflegedienst kümmert sich demnach rund um die Uhr um die betreffende Person und hilft mehrmals die Woche auch im Haushalt. Die Grundpflege muss für diese Stufe mindestens fünf Stunden pro Tag betragen.

Das macht einen guten Pflegedienst wirklich aus

Wer einen ambulanten Pflegedienst sucht, sollte bei weitem nicht nur die Entfernung oder die reine Qualifikation im Blick behalten. Natürlich sind bereits zwei wichtige Kriterien, doch bei der Auswahl eines idealen Pflegedienstes ist weitaus mehr wichtig. Welche Faktoren besonders bedeutend sind, stellen wir nachfolgend vor.

KriteriumBeschreibung
QualifikationDas Kriterium der Qualifikation umfasst einige Bereiche. Hierzu gehören nicht nur die fachliche Qualifikation, sondern auch die Professionalität, mit intimen und vielleicht auch kritischen Situationen professionell umgehen zu können. Zur Qualifikation gehört zudem eine Zulassung, die natürlich von jedem seriösen Pflegedienst vorgewiesen werden kann. Durch die Zulassung verpflichtet sich der Pflegedienst, entsprechende Qualitätsmaßstäbe einzuhalten.

Viele Pflegedienste bieten auch den Angehörigen eine wertvolle Unterstützung, indem sie Anleitungen und Tipps zur Pflege an nahestehende Familienmitglieder weitergeben oder in Sachen Pflegehilfsmittel beraten.

ZuverlässigkeitBei der Pflege ist Zuverlässigkeit das A und O. Es würde Ihnen oder der zu betreuenden Person überhaupt nichts bringen, wenn das Pflegepersonal unpünktlich erscheint oder vielleicht sogar überhaupt nicht an einem vereinbarten Tag. Noch dazu wäre das grob fahrlässig, denn ein Pflegepersonal ist nicht ohne Grund zur Pflege einer Person beauftragt, die gewisse Dienste nicht alleine bewerkstelligen kann.

Sollte es einmal Probleme mit der Zuverlässigkeit geben, ist es wichtig, dass Sie vom Pflegedienst einen konkreten Ansprechpartner erhalten, damit Sie wissen, an wen Sie sich im Zweifel sofort wenden können.

Persönliche SympathieOb für Sie selbst oder für eine angehörige Person – die Sympathie zwischen dem Pflegedienst und der zu betreuenden Person muss in jedem Fall stimmen. Dabei kommt es nicht nur darauf an, dass Sie den Pflegedienst sympathisch finden, sondern auch umgekehrt, denn beide Parteien sollten sich bei dieser engen Form der Zusammenarbeit wohlfühlen. Das liegt vor allem daran, dass der Pflegedienst wahrlich „intime“ Situationen mit Ihnen durchlebt, sei es beispielsweise das morgendliche Waschen. Aus diesem Grund müssen nicht nur Zuverlässigkeit sowie Professionalität gegeben sein, sondern auch die persönliche Sympathie.

Wichtig: In diesem Zusammenhang sollten Sie auch Wert darauflegen, dass Sie nur von einer Pflegeperson betreut werden oder es sich maximal um ein kleines, vertrautes Team handelt.
ReichweiteDer ausgesuchte Pflegedienst sollte möglichst in der Nähe liegen, damit auch kurzfristige Hausbesuche jederzeit möglich sind und zwischengeschoben werden können, sollte einmal Not am Mann sein.
LeistungenDas Leistungsangebot sollte zu Ihren Vorstellungen passen, kann sich aber von Pflegedienst zu Pflegedienst durchaus stark unterscheiden. Am besten ist es, sich bereits im Vorfeld schriftliches Info-Material zukommen zu lassen, um die Angebote der seriösen Anbieter miteinander vergleichen zu können.
ErreichbarkeitAchten Sie darauf, dass es sich nicht nur um einen Pflegedienst handelt, der zu den regulären Bürozeiten ansprechbar ist, sondern im Notfall ebenfalls zur Seite stünde. Viele Pflegedienste bieten ihren Dienst 24 Stunden pro Tag an – ganz gleich, ob es Tag, Nacht oder gar Wochenende ist.
Vorbereitung und DokumentationEine gute Pflege bedarf nicht nur der nötigen Qualifikation, sondern auch eine entsprechende Vorbereitung. In der Regel wird (häufig gemeinsam mit den Angehörigen) ein Pflegeplan erstellt, in dem das Fachpersonal aufgeteilt wird.

Auch eine Pflegedokumentation gehört bei vielen Pflegediensten zum Standard, die noch dazu von der betreuenden Person oder deren Angehörigen eingesehen werden kann.

Es kommt übrigens nicht darauf an, ob es sich um einen kleinen oder großen Pflegedienst handelt. Ganz gleich, ob der ausgewählte Dienst 100 Mitarbeiter oder nur 10 Mitarbeiter beschäftigt – auf die Leistungen und die Qualität kommt es an. Auch zwischen privaten Anbietern oder ambulanten Anbietern gibt es im Grunde genommen keine großen Unterschiede, außer in der Form und Größe. In der Ausübung kommt es meistens einzig und allein auf das entsprechende Pflegepersonal an. Achten Sie allerdings bei privaten Anbietern zumindest darauf, dass der Pflegedienst schon eine Weile existiert. Gerade in größeren Städten ist das Angebot meistens sehr groß und damit auch die Konkurrenz. Wer sich hier dennoch seit einiger Zeit halten kann, scheint ein gutes Services- und Leistungsangebot zu besitzen. Natürlich lässt es sich an dieser Stelle nicht allgemein pauschalisieren, denn auch ein junger Anbieter kann absolut in Ordnung sein, muss sich allerdings erst einen Namen machen.

Unser Tipp: Sollte es mit einem bereits ausgewählten ambulanten Pflegedienst Differenzen geben, können Sie sich in der Regel an den entsprechenden Leiter des Pflegedienstes wenden. So lassen sich Differenzen aus der Welt schaffen, indem z.B. der zuständige Pfleger gewechselt wird. Schafft auch das keine Abhilfe, haben Sie immer noch die Möglichkeit, den gesamten Anbieter für einen Pflegedienst zu wechseln.

Checkliste: So finden Sie den richtigen Pflegedienst für Ihre Situation

Bei der schier unendlichen Menge an mobilen Pflegern ist es gar nicht so einfach, den passenden Pflegedienst für Sie herauszufinden. Genau hierfür gibt es nützliche Checklisten, die Ihnen die Auswahl ein wenig erleichtern.

Behalten Sie mit dieser Checkliste im Blick, welche Kriterien bei der Auswahl eine Rolle spielen und Haken Sie bei Bedarf ab, welche Bereiche vom ausgewählten Pflegedienst bestätigt werden – oder vielleicht nicht. So lassen sich auch verschiedene Pflegedienste gegenüberstellen.

  • Zulassung vorhanden
  • Leistungsangebot passend
  • Regional in der Nähe liegend
  • vorheriger, kostenloser Hausbesuch für Informationen
  • 24 Stunden Erreichbarkeit
  • möglichst kleines Pflegeteam
  • Pflegeplanung
  • Pflegedokumentation
  • persönlicher Ansprechpartner
  • Qualifikationen des Pflegepersonals
  • transparentes Abrechnungsverfahren
  • vorheriger Kostenvoranschlag für die Pflegekasse
  • korrekter und umfassender Pflegevertrag
  • schriftliche Rechnung ohne Abschlag- oder Vorauszahlung
  • Erfüllung spezieller Wünsche (z.B. Nichtraucher)
Unser Tipp: Auch die offizielle Verbraucherzentrale NRW e.V. hat eine umfassende Checkliste veröffentlicht, in der Sie noch viele weitere Informationen zur Vorbereitung einsehen können.

Der Pflegedienst-Vertrag: Achten Sie unter anderem auf die Haftung

Möchten Sie einen Pflegedienst engagieren und konnten Sie den idealen Dienstleister ausfindig machen, dann geht es nun ans Eingemachte – in diesem Fall eher ans Kleingedruckte. Auch bei dieser Art von Dienstleistung ist ein Vertrag nötig, der die verschiedenen Bereiche der Zusammenarbeit regelt. Dabei gibt es Dinge, die in einem Pflegedienst-Vertrag keinesfalls fehlen sollten.

  • Partner: Der Vertrag sollte zwischen dem Pflegedienstleister (oder dem gesetzlichen Vertreter) sowie dem Pflegedienst geschlossen werden. Sofern Sie beispielsweise einen Vertrag als Angehöriger abschließen, sind Sie auch für finanzielle Ansprüche zuständig.
  • Leistungen: Definieren Sie im Vertrag den genauen Einsatz des Pflegepersonals. Es sollte zudem genau beschrieben sein, ob der geplante Einsatz abgesagt werden kann und wenn ja (was der Fall sein sollte), wie lange im Voraus Sie absagen müssen, damit Sie den Pflegedienst nicht bezahlen müssen. Das ist vor allem immer dann sinnvoll, wenn die pflegebedürftige Person unter Umständen kurzfristig ins Krankenhaus muss. Zu den Leistungen gehört auch, dass im Vertrag klar geregelt ist, welche Kosten von Ihnen und welche von der Krankenkasse bzw. Pflegekasse übernommen werden.
  • Haftung: In einem Pflegedienst-Vertrag sollte klar geregelt sein, dass der Pflegedienst für Schäden, die schuldhaft von Mitarbeitern verursacht wurden, haftet.
  • Zahlung: In der Regel werden Teile der Pflege von der Krankenkasse übernommen, sodass Sie nur noch einen gewissen Eigenanteil zahlen müssen. Diesen müssen Sie nicht zwangsweise per Lastschriftverfahren abbuchen lassen, auch, wenn dies vom Pflegedienst vorgeschlagen wird. Besser ist es, sich eine Rechnung ausstellen zu lassen. Auch Abschlagszahlungen oder Vorauszahlungen werden gelegentlich von Pflegediensten vorausgesetzt, sind aber nicht „normal“, sodass Sie diese Zahlungsarten nicht akzeptieren müssen.
  • Kündigung: Wenn in einem Vertrag nicht separat eine andere Kündigungsregel angegeben wurde, dann gilt das Gesetz. Dieses schreibt eine Kündigungsfrist von 14 Tagen vor. Besser wäre es dagegen, wenn im Pflegedienst-Vertrag vereinbart ist, dass der Pflegevertrag eine Kündigungsfrist von 6 Wochen innehat. Dadurch können Sie deutlich länger planen. Gesetzlich ist es allerdings so geregelt, dass ein Pflegevertrag für Sie selbst stets ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist gekündigt werden kann, wenn Sie beispielsweise Mängel an der Pflege vorweisen können. Dieser Passus sollte allerdings auch inhaltlich exakt so im Vertrag niedergeschrieben sein. Nachzulesen ist diese Regelung bei der Verbraucherzentrale, die über den Entscheid des Bundesgerichtshofs berichtete.

Lassen Sie sich außerdem im Vorfeld versichern, dass Sie Leistungsnachweise vom Pflegedienst erhalten. Diese Nachweise benötigen Sie als Kopie für die Kassen. Stellen Sie allerdings auch sicher, dass die Leistungsnachweise der Realität entsprechen, ehe Sie Ihre Unterschrift setzen.

Unser Tipp: Im Internet finden Sie Vorlagen für Pflegeverträge. Ein Beispiel ist die AOK, die hier einen Muster-Pflegevertrag kostenfrei zur Verfügung stellt.

Extra-Tipp – Ist eine private Pflegeversicherung sinnvoll?

Da ein ambulanter Pflegedienst auch gewisse Kosten mit sich bringt, müssen Sie sich natürlich auch um dieses Thema umfassend kümmern. Hierfür eignet sich eine private Pflegeversicherung, die die Pflege nicht nur im Alter absichert. Stattdessen ist die private Pflegeversicherung für jedes Alter geeignet, denn ob Jung oder Alt – der Ernstfall schreckt leider vor keiner Altersklasse zurück.

Vielleicht fragen Sie sich, ob es wirklich ratsam ist, schon jetzt über einen möglichen Ernstfall nachzudenken. Sie als Pflegefall? Undenkbar! Doch leider kommt es im Leben oftmals anders als man denkt, als man hofft oder auch plant. Kein Wunder also, dass auch der Personalbedarf an ambulanten Pflegekräften stetig weiterwächst, denn zu einem Pflegefall zu werden – ob im größeren oder kleineren Rahmen – ist leider jederzeit möglich.

Eine private Pflegeversicherung kann zumindest rein finanziell Abhilfe und vor allem Sicherheit schaffen. Hierbei gibt es verschiedene Angebote, die unter anderem bei http://www.pflegeversicherung-test.com/ miteinander verglichen werden. Wichtig ist, dass Sie definieren, welche Ansprüche und Leistungen für Sie am wichtigsten sind und für welche der möglichen Pflegestufen Sie eine Absicherung wünschen.

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